Angst war hier

02.09.2020

Information zum Buch


Verlag: Festa

Autor: Brett McBean

Erscheinungsdatum: 11 April 2018

Format: Taschenbuch

Genre: Horror

Buchlänge: 320 Seiten

ISBN: 978-3-86552-645-8

Originaltitel: The Invasion

Übersetzung: Isa Theobald

Preis: 13,99 Euro



Kategorisierung 

Brutalität/Gewalt: 4/5

Anspruch: 3/5

Sex/Obszönität: 1/5


Klappentext

Die bekannte Schriftstellerin Debra Hillsboro lädt Freunde und Familie zu einer Weihnachtsfeier in ihre Villa ein. Doch der Tag endet im puren Grauen, als eine Bande Sadisten in das Anwesen eindringt. Sie wollen quälen und töten.
Ohne Kontakt zur Außenwelt müssen die Bewohner ums Überleben kämpfen - während die Mörder ihre Taten mit Smartphones filmen und im Internet verbreiten. Denn nicht nur sie sind süchtig nach Blut und Gewalt ...


Rezension

Hallöchen meine lieben Darkies,

heute möchte ich euch : Angst war hier von Brett McBean vorstellen. Ein Werk aus meinem geliebten Festa Verlag.

Doch worum geht es überhaupt? 

Die wunderbare Dame Debra möchte einen unvergesslichen Abend planen. Sie richtet alles schön her und gibt sich die größte Mühe eine anspruchsvolle Weihnachtsfeier hinzulegen. Doch alles geriet ziemlich schnell aus dem Ruder, denn völlig unerwartet sitzt eine Gruppe fremder Leute im Wohnzimmer. Somit befinden wir uns schon mittendrin und der ganz persönliche Horror nimmt seinen Weg. 

An sich eine Thematik die ziemlich oberflächlich und thematisch nicht sonderlich fordernd wirkt. Doch auch hierbei kann man einiges falsch und/oder auch richtig machen. 

Zufälligerweise habe ich erst vor einiger Zeit ein vergleichbares Buch gelesen ( Home Invasion von J. Mertens). Eine ebenfalls sadistische Gruppe an Menschen, zwängen sich unerlaubt in die vier Wände anscheinend völlig fremder Leute und lässt sie den ganz persönlichen Albtraum durchstehen. 

Leider musste ich während des Verlaufs schnell feststellen: Dieses gute Stück kommt nicht mal ansatzweise an das heran, was Home Invasion zu bieten hatte. Denn wer sind diese Leute ? Was genau wollen sie ? Warum tun sie all diese Gräueltaten? 

Wir bekommen innerhalb der Geschichte von den eigentlichen Hintergründen so gut wie nichts von der Background Story mit. Uns wird kein wirkliches, ausführliches Wissen darüber geliefert weshalb die Gruppe solch etwas erleben muss. Zwar stellt sich heraus was die oberflächliche Intuition ist, sollte dies jedoch bereits der vollständige Hintergrund sein, so scheint mir das Buch beinahe eine kleine Enttäuschung zu sein. 

Demnach fällt auch beinahe folgender Punkt mit weg: Die Personalisierung der Protagonisten. Wir erleben die Geschichte in einer ziemlich großen Gruppe , gefühlt aus der Erzählerperspektive. Von Kapitel zu Kapitel wechseln die Räume und Ansichten. Somit erleben wir alle in regelmäßigen Abständen immer wieder in ihrer Situation. Dabei fehlt mir persönlich jedoch einiges an Tiefe. 

Ich habe das wage Gefühl, dass der Autor immer wieder nur versucht uns durch erzwungene Spannung auf dem Laufenden zu halten ohne wirklich tiefsinniger etwas zu bieten. Dies mag wohl für die erste halbe Stunde lese Spaß ausreichen, für alles weitere jedoch keinesfalls. Demnach fällt jetzt auch meine Bewertung aus. Ganz nach dem Motto : Kann man machen, muss man aber nicht. 

Da die geistige Forderung nur begrenzt stattfindet muss man einfach sagen, ab einem gewissen Punkt im Buch gibt es auch keine Steigerung mehr. Wir befinden uns immer wieder in anderen Räumen, in immer wieder anderen Situationen. Protagonisten werden einfach ziellos von A nach B geschubst. Alles wirkt irgendwie sehr vorhersehbar und der Spannungsbogen verabschiedet sich langsam und winkend von uns. Diese Grundidee hätte so viel mehr werden können, hätte man nur versucht etwas okkultistisches Wissen oder psychologischen Background mit einzubauen. Sorry, aber unnützes abschlachten und eine Gruppe Möchtegern cooler Sadisten kann irgendwie jeder. 

Ab der Hälfte und Richtung Ende fragt man sich dann nämlich leider immer mehr : Wofür lese ich dieses Buch denn eigentlich noch? Passiert da auch nochmal was anderes? Bekommen die Figuren ein Gesicht, erlebe ich Gefühle oder gar so etwas wie Mitleid? Bekommen die Täter eine Geschichte ein fortlaufendes Verfahren? Nope, Fehlanzeige. Das wird euch in diesem Buch nicht mehr passieren. 

Der Schreibstil ist eines der etwas positiveren Aspekte. Denn er ist im Vergleich zu anderen Festa Büchern etwas fordernder und lässt uns ein wenig nachdenken. Er wirkt gekonnt und sehr passend. Dies bereitet wenigstens ein bisschen Spaß am lesen.

Die Kapitel sind mir teilweise etwas zu lang gehalten, somit fällt es schwer das spontane Lesen für zwischendurch zu währ leisten. 

Was ich jedoch sonderlich cool fand, war die Namensgebung der Kapitel. Denn hierbei vermittelt man uns sofort in welchem Raum innerhalb des Hauses befinden wir uns? Somit kann man beispielsweise unter " Wohnzimmer" gleich die zugehörigen Protagonisten und die Situation ermitteln. Cool durchdacht und eine lustige Idee. Fand ich sehr gelungen. 

Fazit: Ein Werk das mehr von sich hält, als wie es eigentlich ist. Eine Grundidee die man um einiges besser und tiefgründiger hätte ausarbeiten können. Zwar wird durch eine gewisse Brutalität etwas Unterhaltung geboten, jedoch von mir keine unbedingte Leseempfehlung. Wie bereits erwähnt kommt er meiner Meinung nach nicht an seinen thematischen Gegner " Home Invasion" an. Für ein bisschen Leselektüre nebenbei sicherlich machbar, aber nicht unbedingt mehr. Von mir 2,5/5 Sterne.