Bitter Truth

27.06.2021

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Information zum Buch

Verlag: Self Publish 

Autorin: Lima Strysa

Erscheinungsdatum: 8 Mai 2021

Buchlänge: 315 Seiten

Genre: Noir Fiction

Format: E-Book & Hardcover

ISBN: Keine Angabe

Preise:

E-Book: 0,00 Euro ( Kindle Unlimited) o. 4,99 Euro

Hardcover: 20,99 Euro


Klappentext

Auf der Suche nach den drei unbezahlbaren Schätzen
fand ich die größte Lüge meines Lebens.
>Pizda<
Das war sein Name für mich.
Hingebungsvoll und mit uneingeschränkter Zuneigung nannte er mich so und gab mir damit eine Bedeutung.
Es klang wie ein Versprechen, was er niemals brechen würde.
Ich liebte es.
Ich liebte ihn.
Er war mein. Ich war sein.
Es war perfekt.
Perfekt krank!

Schmerz, Leid und Pein bekamen einen neuen Sinn.


Rezension

Dieses Buch habe ich im Rahmen meines Darkies Books Format gelesen.

Empfohlen wurde es mir von @blutspiele -> Find her on Instagram.

Basis Information

Ich - Perspektive

Gegenwart

______________

Unsere Protagonistin ist eine junge Frau, welche komplett in ihrer eignen Welt lebt. Wir erleben einen angsteinflößenden Prozess in die Isolierung und das traurige Gefühl an allem Schuld und nicht genug zu sein. Diese Präsenz, mit der die Autorin dieses Thema angegangen ist, ist absolut unglaublich und grandios umgesetzt.

Der Start wirkt ziemlich normal und wirft unseren Einblick in eine kleine Familie. Mutter, Tochter und Stiefvater. Welcher sich im großen und ganzen wirklich rührend um die kleine kümmert. Diese wird in diesem Buch durchgehend als 'Maus' betitelt. Dies lässt die kleine Tochter auf den Leser nahbar und verletzlich wirken. Ich denke auch das dies genau der Wille und das Ziel war um später noch intensiver nachempfinden zu könne, was die kleine Familie bei ihrem Schicksal alles durchmacht.

Durch diese Euphorie und unendliche Freude über das Gefühl von Liebe und Geborgenheit, wickelt man unsere Protagonistin gekonnt um den Finger. Das dabei Emotionen wie Selbstzweifel, Selbsthass und Unzufriedenheit aufkommen, wird hierbei überhaupt nicht mehr beachtet. 

Ganz nach dem Motto: ' Denn schließlich habe ich ja selber Schuld.'

Als ich zu Beginn als Leser selber noch davon ausgegangen bin, das diese Familie wirklich glücklich ist, war ich umso erschrockener als die ersten Böcklein sich aufgetan haben. Es ist spitze wie die Autorin diesen Prozess bewusst schleichend eingebaut hat.

Liest man zwischen den Zeilen so merkt man nach einigen Seiten relativ schnell : Richtig scheint das für mich aber nicht.

Mal schauen wie sich all dies entwickelt...

Wahrscheinlich ebenso der Gedanke der Protagonistin der irgendwann aufkommt, sobald die Blendung der rosaroten Brille nachlässt.

Schnell bemerkt man eine Abhängigkeit. Ich komme alleine nicht mehr klar, ich brauche ihn. Was soll ich nur ohne ihn tun? Er macht mich doch erst komplett.

Er möchte mich doch nur beschützen ...

Dieses Werk von Autorin Lima Strysa ist absoluter Deep Talk und behandelt ein äußerst sensibles aber leider immer noch strikt aktuelles Thema : Gewalt gegen Frauen - die Blindheit und gnadenlose Treue dem falschen Menschen gegenüber. Denn Liebe kann Segen und Fluch zugleich sein.

Was verwechseln leider ziemlich viele Frauen mit dem Gefühl von Liebe? Eine Menge tiefe Frage die man sich während dieser Geschichte einfach mal selbst gestellt hat. Denn dieses Buch regt zum nachdenken an, macht einen fassung und sprachlos und lässt einen wieder einmal mehr an dieser Welt zweifeln, welche so kalt und skrupellos sein kann.

In diesem Werk wird die abhängige Sicht der femininen Seite wunderbar widergespiegelt und dargestellt.  Gedankengänge und Empfindungen werden dabei in einem laufenden Prozess immer wieder in den Vordergrund gerückt. 

Wahrscheinlich ein Gedankengang den die meisten Frauen leider viel zu lange mit sich herumtragen: Die Hoffnung auf ein Wunder. Das war sicherlich nur ein einmaliger Ausrutscher, mein Mann würde so etwas niemals beabsichtigt tun, schließlich habe ich ihn mit meiner Art auch an seine Grenzen gebracht -> Ich bin selber Schuld.

Es ist wie eine fortlaufende Gehirnwäsche. Eine Langzeit Studie über eine gekonnte Manipulation an seinem Partner. 

Der Schreibstil der Autorin hat mir einmal ein komplett neues Leseerlebnis beschert. So in dieser außergewöhnlich Form, habe ich dies noch nie erlebt.  Wir bekommen klasse Dialoge betone, Wahnsinns Gedankengänge und Ängste präsentiert und auch wirklich berührende Metaphern vorgelegt.

Außerdem wird neben dem physischen Verfall auch die Psyche nochmal genau unter die Lupe genommen, man hat wirklich an alles gedacht. Unsere Protagonistin verfällt in schwere Depressionen, aus diesen sie aus eigener Kraft sicherlich kaum noch herauskommen wird. 

Sie fühlt sich für nichts und niemanden mehr gut genug. Selbst an der Liebe und Zuneigung ihrer eigenen Tochter zweifelt sie im Verlauf und lässt somit einen großen Krater entstehen.

Wenn man sich selbst verabscheut, dann kann man auch anderen gegenüber keine Liebe mehr empfinden und weitergeben. Ich denke dieser Punkt innerhalb des Buches, ist ein besonders sensibler, gerade wenn man bereits Mutter ist und diesen Story Verlauf verfolgt.

Also hoch sensible Thematiken, die ebenfalls auseinander genommen werden.

- Eine verzerrte Realität - 

Die Autorin beschreibt gewisse Situationen so unglaublich intensiv und Realitätsnah, das einem gefühlt die Luft wegbleibt und sie gleichzeitig anfängt zu brennen. 

Es hält einen gefangen und packt einen förmlich. Aus diesem realistischen Alptraum gibt es kein Entkommen mehr, hast du dich erst einmal dazu entschieden, dieses Buch zu lesen.

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Negatives 

Zwar wurde alles genau so beschrieben wie es in der traurigen Realität nun einmal aussieht, aber trotzdem hat einen das Verhalten der Protagonistin teilweise enorm genervt. Diese gnadenlose Naivität und dieses schwache Verhalten sind Punkte die keine Kritik direkt an das Buch sind, sondern Frauen zum nachdenken anregen sollten.

Wir sollten stark für uns bleiben, zu dem stehen was und wer wir sind und uns garantiert von niemandem abhängig machen. Denn wir sind so viel mehr wert!

Zu Beginn dachte ich sogar die Protagonistin wäre so egoistisch, das es ihr total egal ist was mit ihrer Tochter geschieht, da diese am Anfang kaum während akuten Situationen beschrieben wurde.

Gott sei Dank wurde ich hierbei im Verlauf eines besseren belehrt und sie geht tatsächlich sehr liebevoll und nachdenklich mit ihrer Tochter um.

Zu Beginn könnte man leider meinen, das sich das Buch etwas im Verlauf zieht. Es braucht seine Zeit bis wir uns in dieser kranken Spirale befinden. Demnach sollte man sich dessen als Leser bewusst sein, sollte man sich für dieses Buch entscheiden. 

Im Großen und Ganzen behandelt die Geschichte jedoch einen sich immer wiederholenden Verlauf. Die Tage die immer wieder gleich beginnen, die Tiraden aus denen man nicht entkommen kann.

Nur jegliche Kleinigkeiten steigern sich Stück für Stück. 

Doch trotzdem konnte es mich am Ende begeistern. 

Außerdem und somit zum letzten Punkt kommend, hat mir das Cover Design leider in rein optischer Sache nicht all zu gut gefallen. 

Fazit: Was für ein tolles Überraschungswerk, welches ich Dank meiner Community gelesen habe. Ich habe ein ganz besonderes und intensives Leseerlebnis gehabt und kann es besonders den weiblichen Leser nur wärmstens ans Herz legen.

Ein Netz aus Manipulation, einem sich auftuenden Abgrund und gnadenlosen Zweifel.

Nur wenige bis gar keine akuten Punkte sprechen gegen dieses Buch. Gerade der Schreibstil und die Art und Weise der Darstellung, haben mich absolut begeistert.

Von mir bekommt dieses Buch 4,5 von 5 Fledermäuse.