Despektion

12.07.2020

Wenn dein Leben sich um 180 Grad dreht


Information zum Buch


Autor: Frank Lauenroth

Verlag: Empire Verlag

Erscheinungsdatum:  2020

Genre: Thriller

Taschenbuchformat

Kindle Version ASIN: B08BSN7WT5

Illustrator: Chris Gilcher


Klappentext


Aussichtsplattform, Empire State Building, New York City:

Trevor öffnet die Urne.

Der Wind greift hinein und stürzt die feinen Aschepartikel seiner Mutter hinab in die Schluchten aus Stein und Glas, reißt sie wenige Meter von ihm entfernt nach oben und dann fort aus seinem Blick.

Seine Gedanken kreisen um ihre letzten Worte an ihn: "Du wirst es verstehen. Bald wirst du es verstehen ..."

Trevor hatte seiner Mutter nie nahegestanden, doch diese Worte drangen in sein Innerstes. Er hätte in diesem Moment einen Schlussstrich ziehen und das anstehende Erbe ausschlagen können, doch wer würde 42 Millionen Dollar ablehnen? Es gibt nur eine einzige Klausel, eine Bedingung: Er muss Mitglied im 'Simon Club' werden. Noch ahnt er nicht, welch hohen Tribut dies von ihm fordern wird.

Ein Thriller, der seinem Titel mehr als gerecht wird. Despektion bedeutet nichts anderes als Verachtung.


Rezension


Hallöchen meine lieben Darkies,

unsere Rezension heute, dreht sich voll und ganz um die zweite Neuerscheinung aus dem Empire Verlag. Da ich dort als Verlagsbloggerin tätig bin, wurde mir dieses wunderbare Exemplar als Rezensionsexemplar zugeschickt. Dafür noch einmal vielen Dank an den Verlag !

Doch was genau erwartet uns in dem neusten Werk ? 

Erleben tun wir die Geschichte aus den Augen und der Sicht von Protagonist Trevor, der im ersten Szenario gerade dabei ist, seine verbrannte Mutter über dem Empire State Building zu verstreuen. Als letzte wohlgemeinte Geste: So könnte man es interpretieren. 

Denn schnell wird uns zu Beginn der Geschichte klar: Trevor hatte kein wirklich enges Verhältnis zu seiner Mom. Inwiefern man es besonders schlecht nennen kann, bleibt etwas aus. Wir wissen nur, sie war darauf aus ein gehobenes Verhalten an den Tag zu legen und maßregelte Trevor nur all zu sehr. Liebe, Zuneigung und Stolz scheinen hierbei immer wieder ein Fremdwort zu sein, denn über den Tot der Mutter scheint unser Protagonist eher weniger betrübt. 

Wir finden uns wieder in einer Situation, in der nun die plötzliche Erbschaft an Trevor übergeben werden soll. Hierbei handelt es sich um eine Erbschaft, die sein komplettes bisheriges Leben auf den Kopf stellen soll. Denn eher er sich verschaut ist er Millionär. 42 Millionen Dollar schmücken nun sein geschundenes Konto aus. Niemals war ihm klar, wie viel Geld seine Mutter doch besaß. Und stellt sich die Frage: Weshalb haben wir bei solchen Summen, nie ein Leben im absoluten Reichtum geführt? Fragen über Fragen, die uns Leser schnell zum nachdenken anregen. Der Einstieg in das eigentliche mysteriöse Geschehen der Story ?

Doch wir weichen ab, in einen Verlauf der nun ein völlig anderer zu sein scheint. Denn schnell werden wir unserem Protagonisten gegenüber persönlich. Wir erhalten eine Menge Einblicke in das Privatleben und besonders in den gesundheitlichen Zustand, der eine enorm große Rolle im Anlauf der Geschichte spielen soll und auch den weiteren Verlauf beeinflusst. 

Doch das Buch konnte und wollte mich einfach nicht packen, so wie ich es mir erhofft hatte. Ich befand mich bereits in der zweiten Hälfte des Buches und hatte meiner Meinung nach, noch kein einzelnes Geschehen erlebt, dass der Betitlung eines Thrillers würdig ist. Erst ab der zweiten Hälfte bauen sich langsam Szenarien auf, die man als solches beschreiben könnte.

Leider auch auf eine Art und Weise, wie sie mir nicht ausreichend war und meinem Geschmack und Erwartungen nicht gerecht wurde. 

Außerdem ist der Schreibstil des Autoren ebenfalls schon etwas fordernder. Wir müssen uns gut hineinlesen und müssen aufmerksam folgen um Stand halten zu können. Damit will ich nicht sagen, dass es einem anstrengenden Lesen gleicht, jedoch sollte man sorgsam  bei der Sache sein. Im Vergleich zu der Extrem Literatur des Festa Verlags, die oft einen Anspruch von 2/5 Punkten mit sich tragen, merkt man den Unterschied nun dann doch einfach. Ein gehobener Schreibstil trifft es wohl am ehesten. Dies sollte aber keinesfalls abschrecken, denn wie bereits erwähnt, ich kam gut und problemlos durch den Verlauf. 

Eine weitere Frage die ich mir stelle: In was für einen Zusammenhang soll das Cover zur Geschichte stehen? Ich habe immer wieder während des lesen nach Ansätzen gesucht die mir diese Frage beantworten. Leider bin ich ohne Antwort aus der Geschichte geschmissen worden. Gut eine Titelwahl ist Geschmackssache, so wie die Wahl der Covergestaltung ebenfalls. Doch sollte diese doch wenigstens im Ansatz verständlich machen, was sich wohlmöglich im Inhalt versteckt. Und sollte diesen in gewisser Weise reflektieren. Ich dachte mir einen gekonnten Zusammenhang gegenüber dem blutigen Latexhandschuh könnte ein Indiz sein, leider wurde auch dies nicht bestätigt. 

Vielleicht werde ich dies nochmal in einem Autoren Interview auf meinem Blog genauer erläutern und für euch herausfinden. 

Fazit: Ein Thriller der meinen Erwartungen leider nicht ganz gerecht wurde. Die erste Hälfte des Buches verläuft völlig Thriller-frei und bietet eigentlich keine wirklichen Szenarien die diesem Genre gerecht werden. Erst ab der zweiten Hälfte kommen wir ganz langsam auf unsere möglichen Kosten. Allerdings konnten auch diese wenigen Momente meinen Geschmack nicht treffen und der Story Verlauf verlief eher etwas zurückhaltend. Für alle Leute da draußen die einen kleinen Hauch von Thriller erleben möchten, ohne dabei an ihre Grenzen zu stoßen, kann ich dieses Buch empfehlen. Für Leute die eine gewisse Erwartung haben und vielleicht regelmäßige und intensive Thriller Leser sind, wird dies wohl eher keine Option sein. Von mir 3/5 Sterne für ein simples Mittelmaß.